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VulkanismusGliederungI. Einleitung
II. Magma und Chemie der Lava
III. Tiefenvulkanismus
IV. Oberflächenvulkanismus
V. Post- und Randvulkanismus
VI. Weltweite Verteilung der Vulkane
I. EinleitungSchon seit grauer Vorzeit haben Vulkaneruptionen den Menschen in aktiven
Vulkangebieten mit Angst und Schrecken erfüllt und ihn deshalb immer wieder
nach den Ursachen, den Wurzeln dieser Naturgewalten fragen lassen. In vielen
Ländern, vom pazifischen Siedlungsraum bis zu den Kulturen des
abendländischen Altertums, haben sich unzählige Mythen über
Dämonen und Götter der Tiefe entwickelt. Es ist daher nicht
verwunderlich, daß die Vulkane ihre Bezeichnung dem römischen Gott
des Feuers und des Schmiedehandwerkes Volcanus verdanken.
Nüchtern betrachtet sind es Stellen auf der Erdoberfläche, an
denen glutflüssige Gesteinsschmelze aus der Erde herausquillt. Vereinfacht
ausgedrückt kommt es zu vulkanischen Erscheinungen, weil im Erdinneren
aufgeschmolzenes Gesteinsmaterial aufsteigt, gewissermaßen durch das
Gewicht der überlagernden Schichten herausgequetscht wird. Jene tiefen
Risse in der Lithosphäre, die den Vulkanherd mit der Erdoberfläche
verbinden, heißen Aufstiegskanäle oder Schlote. Für
Geowissenschaftler bietet sich hier eine Art Fenster in den Tiefenaufbau der
Erde, da aufgrund verschiedenster Mineralparagenesen der Aufbau und die P / T-
Bedingungen in der Tiefe rekonstruiert werden können.
Zwei Erscheinungen, die Förderung von glühenden und
flüssigen Gesteinsmaterials an die Erdoberfläche
( Vulkanismus ) und die Erstarrung der Schmelzkörper noch in der Tiefe (
Plutunismus ), werden unter dem Begriff Magmatismus
zusammengefaßt.
II. Magma und Chemie der Lava1. Allgemeines
Als Magma ( griech.: knetbare Masse) bezeichnet man schmelzflüssiges
Gesteinsmaterial, das neben leichtflüchtigen Bestandteilen auch
Kristallauscheidungen enthält. Es ist im wesentlichen ein silikatischer
Schmelzbrei , der je nach seinem Gehalt an Kieselsäure
(SiO2) basisch, intermediär oder sauer
sein kann.
Gelangt bei vulkanischen Vorgängen überhitztes Magma unter
vielfältigen Entgasungsprozessen an die Erdoberfläche, so tritt es
unter dem Namen Lava aus. Obgleich diese Unterscheidung zwischen Magma und Lava
klar zu sein scheint, ist es oft nicht leicht zu sagen, wann und wo ein
Gesteinsschmelzfluß aufhört Magma zu sein, und zu Lava
wird.
Wichtig für die Unterscheidung verschiedener Laven und Magmen, die Art
der bei Abkühlung und Erstarrung entstehenden Gesteine, und der Typ des bei
einem Ausbruchs entstehenden Vulkans ist die chemische Zusammensetzung und,
damit zusammenhängend, die Viskosität der Laven.
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