Modernste Sicht vom Bau und von der Entstehung der Alpen - nun 2. verbesserte Auflage
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(REAL NAME)    Rezension bezieht sich auf: Geologie der Alpen (Gebundene Ausgabe) Dieses Buch war überfällig. Seit vielen Jahren gab es keine solche regional-geologische Übersicht der Alpen mehr, welche den komplizierten Werdegang und die Struktur des Alpenkörpers als Ganzes erörtet, ohne dabei allzusehr in Einzelheiten abzuschweifen. Die Übersichtlichkeit des Themas in Wort und Bild ist ausgesprochen gelungen, auch wenn dabei viele Aspekte bedingt durch den schieren Umfang des Stoffes nur sehr knapp gehalten wurden.

Was für mich besonders hervorsticht ist die moderne Sicht des geotektonischen Tiefbaus der Alpen, welche auf den geophysikalischen Erkenntnissen der im letzten Jahrzehnt durchgeführten seismischen Traversen fusst. So wurden die Alpen in noch keinem vergleichbaren Buch dargestellt, meinen Glückwunsch an den Autor!

Grundlage des Buches ist durchweg die neueste Literatur, ja es fällt auf, dass ältere, aber wichtige Arbeiten z.B. zur alpinen Stratigraphie und Geodynamik gar nicht zitiert wurden und stattdessen die wissenschaftlichen Aufsätze der letzten 10-15 Jahre deutlich bevorzugt worden sind, was der Übersichtlichkeit des Stoffes sicher dienlich ist. Wer sich in das Thema tiefer einarbeiten will, muss sich aber weiterer oft älterer Werke bedienen.

Die zahlreichen z.T. wohltuend auf das Notwendigste vereinfachten farbigen Abbildungen sind durchweg neu gestaltet und von Anfang bis Ende gut durchdacht strukturiert. Leider wurde beim Layout an manchen Stellen ein wenig viel freier Platz verschenkt und die Unterschriften ganzseitiger Abbildungen hätten auch nicht von ihnen getrennt werden müssen. Und bei doppelseitigen Abbildungen geht durch die Bindung leider ein Teil der Information verloren.

Der Autor sieht die Alpen aus der "Schweizer Brille", was ich keinesfalls als Kritikpunkt auffasse, gingen doch von helvetischer Seite schon immer die wesentlichsten Impulse der Alpengeologie aus. Manches, z.B. die Stellung des Ostalpinen Deckengebäudes (wie die des Unterostalpins oder der Nördlichen Kalkalpen), wird aber sicher nicht völlig unwidersprochen bleiben, spart der Autor dort auch so manches aus.

Das in der ersten Auflage einzige Manko des Buches war der fehlende Index, der damals zum "Stern-Abzug" führte; die 2. Auflage kriegt nun 5 Sterne. Der Index ist zwar sehr kurz (2 Seiten), doch ausreichend.

Davon abgesehen: Jedem, der die fachlich nötigen Voraussetzungen mitbringt (denn es ist trotz seiner Übersichtlichkeit nicht für Laien oder Geologie-Anfänger gedacht!): um sich in die Alpengeologie einarbeiten oder seine Kenntnisse darüber aktualisieren will, sei das Buch wärmstens empfohlen. Es gibt gegenwärtig kein vergleichbares Werk!
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 15. August 2009
Kundenrezensionen:
2. Modernste Sicht vom Bau und von der Entstehung der Alpen - nun 2. verbesserte Auflage (die aktuell angezeigte Rezension)
1. Gelungene Synthese mit einigen Maengeln
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