5. Die magmatische Differentation
Es gibt knapp 900 Gesteine die durch Abkühlung und Erstarrung aus
Gesteinsschmelzen entstehen. Allerdings kann man sie nicht auf einen
entsprechende Zahl primärer Stamm-Magmen zurückführen. Durch
Trennung eines gegebenen Stamm-Magmas in verschiedene Teilmagmen ist für
die große Zahl der entstehenden Gesteine verantwortlich. Diesen Vorgang
nennt man die magmatische Differentation.
a) die gravitative Kristallisationsdifferentation
Bei der Abkühlung eines Stamm-Magmas bilden sich Kristalle, die je
nach Dichte im Magma aufsteigen oder absinken.
Meist bilden sich spezifisch schwerere Kristalle, die in Folge der
Schwerkraft absinken und sich am Boden der Magmakammer ansammeln. Diese durch
Kristallakkumulation gebildeten Minerale sind reich an Magnesium (Mg), Eisen
(Fe), Chrom (Cr) und Nickel (Ni). Die Restschmelze wird dadurch angereichert an
Silizium (Si), Aluminium (Al), Natrium (Na) und Kalium (K). Durch die
Anreicherung von Kieselsäure (SiO2) wird
die Restschmelze auch immer saurer.
b) das Reaktionsprinzip von BOWEN
Der amerikanische Petrologe BOWEN erkannte, daß bei der
Kristallisation in Magmen die Reaktion zwischen entstehenden Mineralkristallen
und der Restschmelze eine besondere Bedeutung zukommt.
Er stellte folgende Auscheidungsfolge bei der Kristallisation eines
basischen Magmas fest.
Die diskontinuierliche Reaktionsreihe zeigt die Folge der mafischen
(dunklen) Minerale. Dabei reagiert jedes vorher ausgeschiedene mafische Mineral
bei der Abkühlung des Magmas mit der Restschmelze unter Bildung des
folgenden Minerals.
Die kontinuierliche Reaktionsreihe zeigt die Bildung der Plagioklase nach
Art einer Mischkristallfolge, also nicht unter Bildung eines anderen Minerals,
solange, bis die Schmelze aufgebraucht ist.
Die Mineralabfolge dieser beiden Reihen zeigt, daß der
SiO2-Gehalt der Restschmelze mit zunehmender
Kristallisation zunimmt.
6. Verschiedene Lavaformen
Je nach Erstarrungsform und Ausflußort kann man verschiedene
Lavaformen unterscheiden.
- Fladenlava (auch Wulst- oder Stricklava): gasarme, relative saure
Schmelzen, die zu fladen-, gekröse- oder seilartigen
(Pahoëhoë-Lava auf Hawaii) Formen
erstarrt
- Blocklava ( Aa-Lava auf Hawaii): gasreiche Schmelzen, die zu zackigen
Blöcken und Schollen erstarren
- Kissenlava ( engl. pillow lava) : auf dem Meeresgrund ausfließende
Lava bildet aufgrund der schnellen Abkühlung
kissenartige
Strukturen
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